HEPPENHEIM – Das rosa Schaumstoff-Werkstück flutscht durch die Schneidemaschine und heraus kommt eine dünne Matte. Es ist fast so, als würde Schinken in hauchdünne Scheiben geschnitten. Ein paar Meter weiter steht die Stanze, die präzise Teile heraustrennt, auch an der Fräsmaschine wird gearbeitet. Der Fräskopf ist auswechselbar, er kann beispielsweise durch einen Laser-Gravierer ersetzt werden.
Großes Staunen bei der Wasserstrahlanlage: Aus fünf Sprühköpfen schießt das Wasser mit hohem Druck heraus, schneidet bis zu 120 Millimeter dicke Schaumstoffmatten akurat und schnell. Der Wasserstrahl ist nur 0,08 Millimeter stark. Die Pumpe erzeugt aber einen enormen Druck – bis zu 400 bar. Die Hand sollte man also besser nicht unter den Strahl halten. Muss man auch nicht. Ein PC-Programm steuert die Anlage. Der Wasserverbrauch hält sich in Grenzen, beträgt gerade einmal eine halbe Badewanne pro Tag. Vorteil des Kaltschneideverfahrens ist nach Angaben der Geschäftsleitung nicht nur die Präzision, sondern auch die Tatsache, dass dabei die Kunststoffe nicht schmelzen.
Es ist ein spannender und informativer Rundgang durch die Produktionsräume der Heppenheimer Firma Pack Innova an der Von-Siemens-Straße. Individuell auf eine hochsensible Kamera zugeschnittene Schaumstoffpolsterungen werden gerade in eine Holzkiste eingebracht. Viel sicherer als ein rohes Ei wird das teure Gerät einmal verpackt sein.

DIE FIRMEN

Neben der Heppenheimer Firma Pack Innova, die sich auf die Entwicklung und Herstellung von Transport- und Verpackungslösungen spezialisiert hat, besuchte die WFB noch drei weitere Firmen im Kreis Bergstraße: die AKV Verfahrenstechnik GmbH in Viernheim, die Tyczka Industrie-Gase GmbH in Lampertheim sowie die Resinex Germany GmbH in Zwingenberg. (rid)
Ein Trio mit viel Berufserfahrung
Die Wirtschaftsregion Bergstraße/Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB) war am Mittwoch in der Reihe ihrer Thementage zu Gast bei der Heppenheimer Firma, mit dabei Landrat Christian Engelhardt, Aufsichtsratsvorsitzender der WFB, Dr. Matthias Zürker (Geschäftsführer WFB) sowie Marco Stibe (Projektmanager Unternehmerservice WFB) und Bürgermeister Rainer Burelbach. Beim vierten Thementag standen die Sparten „Kunststoff-, Gummi- und chemische Industrie“ im Fokus.
Die Firma Pack Innova wurde Ende Oktober 2012 von Cetin Demiragac, kaufmännischer Geschäftsleiter, und Raffael Calatozzo, technischer Geschäftsleiter, gegründet. 2015 stieß Vertriebsleiter Claus Baier dazu. Alle drei kannten sich aus dem Berufsleben, hatten lange Jahre bei einem jetzigen Mitbewerber gearbeitet, bevor sie sich gemeinsam selbstständig machten. Nun werfen sie jede Menge Know-how in Form von insgesamt rund 90 Jahren Berufserfahrung in die Waagschale.
„Wir lieben Schaumstoffe“, betont Demiragac. Bis man das Endprodukt in den Händen halte, seien viele Fragen und Ideen vorangegangen. Eine der wichtigen: Wie kann unsere Lösung besser sein als die unserer Mitbewerber? Ohne ein gerüttelt Maß an Leidenschaft geht da nichts.
Mit sechs Mitarbeitern fing alles auf einer Fläche von 1400 Quadratmetern an, 2017 gelangte man bis ins Finale des Gründerpreises. Im selben Jahr wurde die Wasserstrahl-Schneidemaschine angeschafft und die Fläche auf 2000 Quadratmeter erweitert. 2018 kam die neue Spaltanlage hinzu. Mittlerweile sind bei Pack Innova fast 30 Mitarbeiter beschäftigt.
Man bevorzugt Aufträge in mittleren und kleineren Stückzahlen. Neben Werkstücken aus PE- und PU-Schaumstoffen werden unter anderem Kartonagen und Holzkisten produziert. Insgesamt sind 40 verschiedene Schaumstoffe im Angebot. Der Kunde bekommt das Rundum-sorglos-Paket, was die Verpackung anbelangt: Von der Schaumstoff-Polsterung bis hin zum Koffer aus Kunststoff, Metall oder Aluminium. Jeder Auftrag werde individuell auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten, versichern die Geschäftsleiter. Die Kunden kommen aus ganz verschiedenen Branchen: Optische Gerätetechnik, Mess- und Regeltechnik, Medizintechnik, Gerätebau, Onlinehandel, Chemische Industrie, Luftfahrt, Pharmaindustrie und viele mehr. Dadurch sei man nicht zu stark von einzelnen Kunden oder Branchen abhängig. Die Rechnung geht offenbar auf: Der Umsatz steige von Jahr zu Jahr, heißt es. Schon ist man wieder an Kapazitätsgrenzen gestoßen, wünscht sich einen Hallenanbau – und sucht Mitarbeiter.
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